Das DONAU 3 FM Weihnachtsmarktradio mit Dr. Sarah Krämer und Dr. Klaus Hönig von der Ulmer Schatzkiste

Shownotes

Was wird bleiben von mir, wenn ich gehe? Woran wird sich mein Kind erinnern? Wird es sich überhaupt erinnern können? Fragen, die sich unheilbar an Krebs erkrankte Eltern von minderjährigen Kindern stellen. Fragen, die Dr. Sarah Krämer nicht losließen und weshalb sie zusammen mit Dr. Klaus Hönig die Ulmer Schatzkiste gegründet hat. Ein Herzensprojekt, das Antworten auf all diese Fragen liefern kann. Eltern können ihren "Film des Lebens" drehen und somit Erinnerungen für ihre Kinder schaffen.

Lernt im Interview mit Sarah und Klaus die Ulmer Schatzkiste besser kennen. Es geht um den Prozess von der Kontaktaufnahme bis hin zum fertigen Film und wie dieses Projekt das Leben der Patientinnen und Patienten verändert. Es wird gelacht, es wird emotional, es gibt Momente, die unter die Haut gehen. Und zum Schluss erfahrt ihr, wie ihr die Schatzkiste unterstützen könnt, denn Sarah und Klaus suchen für dieses Herzensprojekt noch Verstärkung!

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00:00:05:

00:00:09: Heute bei mir zu Gast in unserem schnuckeligen Weihnachtsmarktradio.

00:00:13: Sarah Krämer und Klaus Hönig von der Ulmer Schatzkiste.

00:00:15: Schön, dass ihr da seid.

00:00:17: Hallo, schön, dass wir wiederkommen dürften.

00:00:19: Ich habe dir gerade schon ins Wort und dann dachte ich, ich höre jetzt auf.

00:00:24: Das ist völlig okay, ihr dürft euch ins Wort fahren.

00:00:26: Wir sind ja hier in dem Wohnzimmer.

00:00:28: Wir sitzen hier auf gemütlichen Sofas.

00:00:30: Wie geht's euch?

00:00:32: Ja, sehr gut, oder?

00:00:33: Wie geht's dir?

00:00:34: Ich bin gerade irritiert.

00:00:35: Hast du dich gerade zurückgehalten?

00:00:37: Ja, ich weiß, ich hatte einfach Sorge, dass du nachher nicht mehr vom Sofa hochkommst.

00:00:40: Schau mal, ich dachte, du hilfst mir hoch.

00:00:44: Also, ihr seht, bei uns ist es schön und es geht halt um ein sehr wichtiges Thema, um euer Herzensprojekt, um die Ulmer Schatzkiste.

00:00:51: Wollt ihr uns da mal abholen, was ist die Ulmer Schatzkiste?

00:00:53: Oder fangen wir erst so an, wer ist halt ihr eigentlich?

00:00:56: Ja, mein Name ist Sarah Kremmer.

00:00:57: Ich bin Ärztin.

00:00:59: Also noch wird hier schon Zwecks entfremdet zur... Na gut, noch ist er mein Vorgesetzter.

00:01:06: Also, ich bin Ärztin an der Uniklinik in der Abteilung für psychosomatische Medizin und Psychotherapie und heute zu Gast mit meinem lieben Kollegen.

00:01:13: Klaus Hoenig, Psychotherapeut, leite die Psychoankologie am Uniklinikum.

00:01:16: Sehr

00:01:17: schön.

00:01:17: Und ihr habt zusammen die Urmarschatzkiste gegründet.

00:01:20: Was ist die Urmarschatzkiste?

00:01:22: Holt uns mal ab.

00:01:24: Also die Ulmer Schatzkist ist ein psycho-onkologisches Angebot für schwer fortgeschritten an krebserkrankte Eltern, minderjährige Kinder, die wir dabei unterstützen wollen.

00:01:35: Sie zum einen eben psychologisch in dem schwierigen Prozess zu begleiten, zum anderen aber auch für deren Kinder, für deren kleine Kinder Erinnerungen zu schaffen, die wir dann in Form von bewegten Bildern aufzeichnen.

00:01:52: Die Schatzgäste versucht, schwerkranken Menschen dabei zu helfen, sich in der letzten Lebensphase klar darüber zu werden, was ihnen wirklich wichtig ist.

00:02:00: Sarah, du bist Ärztin, du wurdest schon oft mit dem Thema Krebs konfrontiert.

00:02:05: Entstand es dann aus der Idee raus, dass du gesagt hast, okay, ich sehe das jeden Tag irgendwann, es muss doch was übrig bleiben für die Kinder von den Eltern?

00:02:14: Ja, tatsächlich war es so.

00:02:15: Also ich wurde zu Beginn meiner Tätigkeit in der Psycho-Onkologie, bin ich einer Patientin begegnet, Mitte dreißig, die gerade erfahren hatte, dass sie fortgeschritten an Krebs erkrankt ist und wahrscheinlich das Jahresende nicht mehr erleben wird.

00:02:30: Und die war, wie man sich vorstellen kann, wahnsinnig aufgelöst.

00:02:34: Es war nicht mehr lang bis zum Jahresende hin, muss man vielleicht dazu sagen.

00:02:37: Und die stellte sich dann die Frage, was wird denn bleiben von mir, wenn ich gehe?

00:02:41: Woran wird sich mein Kind erinnern?

00:02:44: Wird es sich überhaupt erinnern können?

00:02:46: Das war unter zwei Jahre alt.

00:02:48: Und die Antwort war leider nein.

00:02:51: Und die Frage, was man da tun könnte, da hatte ich zu dem Zeitpunkt auch noch keine Idee.

00:02:57: Und so gingen wir auf Lösungen, Suche.

00:03:01: Da haben wir uns eben überlegt, was wir anbieten könnten.

00:03:03: Und so entstand dann der Film meines Lebens.

00:03:06: Bei euch wird ein Film gedreht für quasi krebskranke Eltern, minderjährige Kinder, die nicht mehr heilbar sind, also unheilbar krank.

00:03:15: Und wie können wir uns den Film vorstellen?

00:03:18: Was passiert in diesem Film?

00:03:20: Was wird erzählt?

00:03:21: Welche Kategorien gibt es vielleicht auch?

00:03:24: Gibt es unterschiedliche Etappen.

00:03:27: Letztlich wollen wir so das Leben Revue passieren lassen, möglichst angstfreil und unverstellt, um sich klar zu werden, was war toll, was habe ich gelernt, was war wertvoll, wo war es schwierig vielleicht?

00:03:40: und was hat mir geholfen, durch diese Zeiten zu kommen?

00:03:42: und da haben wir verschiedene Abschnitte, die wir betrachten.

00:03:45: Im ersten Teil haben wir die Möglichkeit, gemeinsam auf biografische Höhepunkte zu schauen.

00:03:50: Unsere Patientinnen und Patientinnen dürfen sich Ja, gezielt Highlights aus Eurobiografie rauspicken, die wir dann gemeinsam noch mal erzählen.

00:04:00: Im zweiten Kapitel besteht die Möglichkeit, sich vorzustellen in seinen Charaktereigenschaften, in seinen Vorlieben.

00:04:06: Wer bin ich?

00:04:07: Was hat mich ausgemacht?

00:04:08: Wofür habe ich gebrannt?

00:04:10: Was hat mir besonders gut gefallen oder besonders gut geschmeckt?

00:04:16: Ja, im Dritten gibt es dann die Möglichkeit, das macht nicht jeder, über die Erkrankung zu sprechen, über ... über den eigenen Tod und darüber, was man glaubt, was danach möglicherweise kommen wird, darüber, was man seiner Familie für diese Zeit mit auf den Weg geben möchte.

00:04:34: Im vierten Kapitel, und das machen wiederum alle, richtet man persönliche Botschaften an die Kinder, an den Partner, vielleicht an die beste Freundin.

00:04:44: Ja, und das Fünfte ist auch wieder so, dass es nicht jeder machen möchte, das ist auch alles... auf freiwilliger Basis.

00:04:50: Da geht es darum, dass man sich Botschaften gezielt für besondere Momente rauspickt.

00:04:57: Manchmal ist es die Einschulung, vielleicht der achtzente Geburtstag des Sohnes, vielleicht ist es aber auch was ganz abstraktes.

00:05:06: Das ist der erste Liebeskummer.

00:05:08: Eine Botschaft für Momente der besonderen Trauer.

00:05:13: Oder eben auch, wie Klaus vorher schon meinte, dieses Man hat ja schon vieles bewältigt im Leben.

00:05:19: Nicht alles ging gut, nicht alles lief perfekt.

00:05:22: Und dennoch hat man daraus was gelernt.

00:05:24: Und dieses Wissen weiterzugeben, wie bin ich in schwierigen Situationen weitergegangen?

00:05:29: Was konnte ich daraus vielleicht auch Positives ziehen?

00:05:32: Ist ja auch sehr wertvoll für die Kinder.

00:05:33: Das sind ja Erfahrungen, die sie später nicht mit den Eltern teilen können.

00:05:37: Es klingt nicht nur nach, ich drehe einen Film für meine Kinder, sondern auch ... Es ist ja auch ein bisschen Therapie, kann man fast sagen, für die Patientinnen und Patienten, weil die ja wirklich nochmal über ihr Leben nachdenken, ihr Leben Revue passieren lassen.

00:05:53: Wie bereitet ihr die Menschen auf diesen Film vor, weil es ja wirklich keine leichte Sache ist?

00:05:58: Das ist eine coole Frage, weil genau das ist das Knifflige dabei, die wir Menschen sind in solchen Lebenssituationen, in einer sehr bedrohlichen Situation.

00:06:08: Das heißt, Es macht ganz viel Angst, es schränkt unseren Blick ein, wir kriegen so einen Tunnelblick und hoffen, dass es irgendwie noch weitergehen kann.

00:06:17: Und unsere, wenn wir das tun, dann führt das Meister zu, dass wir viele wichtige Dinge aus dem Blick verlieren, die dann im Nachhinein vielleicht doch wertvoll gewesen wären.

00:06:26: Oft haben wir Patienten, die dann sagen, jetzt habe ich nur noch ganz wenig zu leben, ich wollte noch dies und jenes unbedingt erledigen, aber da war kein Platz dafür.

00:06:34: Und was wir wollen mit diesem Angebot ist, den Blick wieder zu weiten.

00:06:40: dass man wieder befähigter wird, selber zu gewichten, was ist mir selbst wie wichtig?

00:06:45: und dass wir auch einen Ende in Würde verleben können und nicht quasi in angstvoller Getriebenheit von einer Hoffnung zur nächsten.

00:06:54: Die Hoffnung hat immer ihren Platz, aber gleichzeitig ist es auch wichtig zu gucken, was wenn die Zeit wirklich ganz knapp ist.

00:07:00: Was möchte ich dann auf jeden Fall noch erledigt haben?

00:07:03: Und wenn diese Vorbereitung gelingt, dann wird der Film auch toll.

00:07:07: Mit welcher Stimmung kommen denn die Menschen dann an das Set und wie verlassen sie das Set vielleicht wieder?

00:07:12: Aufgeregt.

00:07:13: Ja, sehr aufgeregt.

00:07:14: Ich sag immer in den Vorgesprächen, bitte berichten Sie uns, wenn Sie die erste Person waren, die nicht aufgeregt war.

00:07:21: Ich würde es dann gerne so weitergeben.

00:07:24: Ne, man ist dann natürlich unfassbar nervös, weil ... Die Person natürlich ganz genau wissen, dass das, was sie jetzt aufzeichnen, das Letzte ist, was dann im Ende gesagt wird, das steht dann unkorrigierbar.

00:07:39: Aber das Positive ist, und so ging es wirklich allen, und das ist auch das Feedback, das wir immer bekommen, sobald man damals sitzt auf diesem Sessel und beginnt mit seiner Psycho-Onkologin diese vorbereiteten

00:07:53: Fragen.

00:07:55: aufzuzeichnen, vergisst man im Nu, dass dann Kamerateam rumspringt.

00:08:00: Das geht einfach unter, man verliert sich in seiner Geschichte, wir beginnen mit den biografischen Aspekten und es wird viel gelacht und das sind schöne Momente, die Leute genießen das und wir genießen mit.

00:08:11: Die Patientinnen haben sich oft dann so ein Manuskript quasi erstellt, mit dem Wichtigsten.

00:08:15: und das Erste, was die Psycho-Onkologie nach der freundlichen Begrüßung macht, ist, dass sie dieses siebzigseitige Dokument aus der Hand nimmt und sagt so... Ich gucke einfach mit, mit rein, lese mit und frage danach, falls irgendwas noch fehlen sollte.

00:08:30: Ja, es soll ja auch ihr frei sein und aus dem Herzen heraus vor allem.

00:08:33: Ich glaube, ohne Skript ist es dann doch meistens die Wissen, was sie sagen wollen und meistens wahrscheinlich, weil es dann eben aus dem Herzen kommt.

00:08:42: Die sollen es auch so sagen, wie sie es im Alltag formulieren wollen.

00:08:45: Genau das wollen wir ja festhalten.

00:08:47: Also wir wollen da ja kein Kunstprodukt, sondern was ja Authentisches.

00:08:52: Du hast gerade schon von dem Sessel gesprochen.

00:08:54: Wie können wir uns das Setting denn vorstellen, in dem die Menschen sitzen?

00:08:58: Also wir haben mittlerweile in der Villa Eberhard.

00:09:00: Da bedanken wir uns auch jedes Mal ganz freundlich bei der Universität, die uns dieses Gebäude zur Verfügung stellt.

00:09:07: Verschiedene Räumlichkeiten, in denen wir drehen können.

00:09:10: Und jetzt beschreiben wir vielleicht einfach den Wintergarten mal.

00:09:14: Ihr könnt euch das so vorstellen.

00:09:16: Unsere Patientinnen und Patienten sitzen auf einem Korpsessel, innen hat der Leder.

00:09:20: Und dieser Korpsessel steht vor einer großen Glasfront.

00:09:25: Hinter dem Glas sind zwar riesige Bäume, die Jahreszeitlich natürlich mitgehen und da wohnen auch, wahrscheinlich ist das ein Eichhund, ein Pärchen.

00:09:33: Also wir sind der festen Überzeugung, die dann eine ganze Familie, die dann immer wieder durchs Bild flitzt.

00:09:39: Im Winter schneit es wunderschön und im Sommer fällt dann, wenn wir morgens anfangen, so die Sonne rein.

00:09:46: Rechts und links haben wir große Pflanzen und neben dem Sesselchen steht ein kleiner Tisch auf dem, neben der Schatzkiste, die wir immer mitgeben.

00:09:59: Es ist vielleicht zur Erklärung, es ist die Schatzkiste, die während dem Film bei der Mama oder bei dem Papa ist und später in der Familie sein wird.

00:10:05: Also wir wollen da... Brücken bauen.

00:10:09: Neben dieser Schatzkiste können unsere Patientinnen und Patienten auch eigene Gegenstände trappieren.

00:10:15: Vielleicht ein Kuscheltier, dass sie später mal verschenken werden.

00:10:18: Vielleicht ein Schmuckstück.

00:10:19: Eine Decke hatten wir auch schon.

00:10:20: Also was auch immer sie wollen, wird da dann schon platziert sein und wird im Film auch angesprochen werden.

00:10:27: Genau, die Personen sind zwei Kameras gerichtet, die eine zeichnet zu den Ausschnitt auf, so von Kopf bis Deckul Tee und die andere ist auf Wunsch eine ganze Körperaufnahme.

00:10:39: Genau, wir schauen dann mit den ProtagonistInnen nochmal gemeinsam drüber, ob sie sich so auch schön aufgezeichnet fühlen.

00:10:48: Es klingt ja trotz des Themas... Trotzdem wie ein Wohlfühlort und ich glaube die Patienten und Patientinnen fühlen sich auch wohl.

00:10:56: Was passiert da noch drumherum, dass es auch so ist?

00:10:58: Also wie läuft so ein Drehtag ab?

00:11:00: Wer ist alles da?

00:11:02: Gibt's das zu essen?

00:11:04: Also, morgens starten wir mit einem verwöhnenden Styling.

00:11:09: Wir haben hier in Ulm einen Friseursalon mit mehrere Niederlassungen, die uns seit Film eins dabei unterstützen aus schwerkranken Patientinnen.

00:11:21: Ja, ganz wundervolle Persönlichkeiten zu machen.

00:11:24: Also, da geht es einfach darum, dass Krebs zeichnet.

00:11:29: Die Haare kann man sich vorstellen, aber auch... das Gesicht, man ist faal, man ist vielleicht eingefallen und das sind Profis, die machen das alles wieder lebendig, strahlend.

00:11:41: Und dann wird man begrüßt, man fährt natürlich herrschaftlich vor und dann geht die Tür auf und man steht in diesem ja schon sehr beeindruckenden Vorraum.

00:11:51: Wir besprechen den Film dann nochmal kurz vor, wir zeigen das Set und dann geht's los.

00:11:57: Zwischendrin und auch am Ende gibt es natürlich eine gute Verpflegung.

00:12:02: Jetzt gebe ich mal ab hier, er freut sich schon

00:12:05: über das Essen zu reden.

00:12:07: Ja, das ist schon eine feine Sache.

00:12:08: Also wenn man überlegt, dass das erste Catering haben wir immer selbst gestemmt, indem wir quasi Butterprätzen gekauft haben und die selber beschmiert haben

00:12:15: und

00:12:16: gebacken haben.

00:12:18: Und das ist jetzt natürlich Next Level.

00:12:20: Also das ist schon sehr geil.

00:12:22: Und wir machen das immer so, dass wir die Teilnehmenden Personen so einbestellen.

00:12:27: dass die, die den Vormittagsträmen machen, dann zum Essen bleiben können.

00:12:30: Die, die den Nachmittagsträmen machen, die kommen etwas früher, sodass wir alle gemeinsam im großen Rittersaal in der Villa Eberhardt sitzen können.

00:12:37: Und da kommen traumhafte Gespräche zustande.

00:12:40: Natürlich ist alles geschwängert, so von der bisschen Aufregung und so natürlich, aber auch viel Gelöstheit.

00:12:45: Und da wird man ja auch schnell mal ein bisschen albern und so.

00:12:47: Es wird viel gelacht und trotzdem hat es sehr ernste Momente.

00:12:51: Ja, und wenn man dann noch nicht satt genug ist, gibt es natürlich zwischen Drinnen auch immer wieder Kuchen und Kekse.

00:12:56: Also, Kaloriendefizit gibt's an dem Tag nicht.

00:13:01: Mhm.

00:13:02: Ist auch wichtig, ist auch wichtig.

00:13:04: Ihr bekommt immer sehr, ihr habt jetzt schon sehr viele Geschichten mitbekommen.

00:13:09: Was macht das mit euch, wenn ihr dabei ist und wenn ihr die Geschichten hört?

00:13:14: Es ist schon ... Also in erster Linie bin ich der dankbar für meine Arbeit, weil es schon besonders ist, so nah ran zu dürfen und so viele schöne Momente zu teilen.

00:13:24: Es ist nicht dieses übliche drei Minuten-visiten-ding, dass ich von meinem früheren Job gewohnt bin, sondern es ist sehr intensiv, sehr nah.

00:13:35: Und immer wieder nimmt man auch was mit, ja natürlich.

00:13:39: Das zieht nicht spurlos an einem vorbei.

00:13:41: Wir sind uns dessen sehr bewusst, wen wir da vor uns sitzen haben.

00:13:46: Aber wir sind ein gutes Team.

00:13:48: Es ist immer irgendwie unglaublich bewegend, weil man sehr nah an Menschen rankommt und sehr, sehr wichtige Dinge über deren Leben erfährt.

00:13:57: Und das ist schon sehr privilegiert alles.

00:14:03: Muss es auch mit aushalten, aber das sind ja alles Dinge von dieser Welt.

00:14:08: Und dass das nachwirkt, ist klar, das wissen wir, das ist unser Job.

00:14:12: Das ist nichts Schlimmes.

00:14:13: Man darf Menschen im Gedächtnis behalten, erst mal auch ein, zwei Tage länger und das legt sich mit der Zeit dann und wird zur Erinnerung.

00:14:21: Und wenn der Film dann fertig ist, du hast schon die Schatzkiste angesprochen, wie kommt er dann zu den Menschen?

00:14:27: Also übergeben die Patienten und Patientinnen dann ihren Kinder.

00:14:31: Direkt den Film oder bleibt das erst mal da?

00:14:34: Wie können wir uns die Übergabe vorstellen?

00:14:36: Also

00:14:36: sobald der Film dann nachbearbeitet, ist vielleicht das falsche Wort, aber der wird ja doch eigentlich stimmt, er wird geschnitten und wird dann auch durch uns regiert.

00:14:47: Also wir wollen schon sehen, dass die Inhalte, wir möchten Sorge dafür tragen, dass die Inhalte übergeben werden können.

00:14:57: Ja, dann wird die Person informiert, die mit uns gedreht hat.

00:15:02: Und wenn da eben jetzt keine Antwort käme, es kommt leider auch immer wieder vor, haben wir eine Vertrauensperson genannt bekommen.

00:15:11: Und ja, so wird die Übergabe dann terminiert und wir übergeben jeden Film persönlich.

00:15:18: An die Kinder dann oder

00:15:20: an diese Vertrauen?

00:15:22: Genau, wir überqueren.

00:15:23: Einige Kinder sind sehr selten, die sind oft sehr, sehr jung.

00:15:25: Also, seventy-fünf Prozent sind unter zwölf Jahre alt und fünfzig sogar unter sechs.

00:15:32: Ja, genau so ist es.

00:15:34: Genau, wir übergeben dann an die Mama und den Papa oder eben die Vertrauensperson.

00:15:38: Und dabei kommen eben auch oft Fragen auf, also wie du schon angesprochen hast, wann ist der ideale Zeitpunkt, um das mit unseren Kindern anzuschauen.

00:15:52: Wie könnten wir das vorbereiten?

00:15:53: Was könnten wir da tun?

00:15:54: Und darauf gehen wir dann eben ein.

00:15:56: Letztendlich entscheidet jeder selbst, wann der richtige Zeitpunkt kommt, um das an die Kinder zu übergeben.

00:16:02: Und in letzter Zeit haben wir immer öfter gehört, ich habe den Film das erste Mal mit meiner Tochter, mit meinem Sohn, gemeinsam angeschaut.

00:16:12: Auch ein besonderer Moment dann.

00:16:14: Und ich glaube, oder wie ihr gerade gesagt habt, die sind alle noch klein.

00:16:18: Und ich glaube, wenn die so klein sind, Kapiert, die ist vielleicht auch erst gar nicht, was sie anschauen.

00:16:22: und dann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sie mal, sechzehn, siebzehn, achtzehn sind, realisieren sie das dann mehr.

00:16:29: Und dann wird es bestimmt sehr, sehr wertvoll sein.

00:16:32: Ja, ist total verrückt der Gedanke.

00:16:34: Also die Patientinnen sind meist so, ich sag mal, Ende dreißig, Anfang vierzig.

00:16:38: Jetzt hat man auch eine Patientin unter dreißig schon, gelegentlich auch mal über fünfzig.

00:16:43: Also das Einschichtskriterium ist eben das minderjährige Kind.

00:16:51: Ich würde gerne etwas zum Abholen sagen.

00:16:54: Wir setzen viele Hebel in Bewegung, weil wir immer in Deutschland auch rumreisen und auf Tagungen und so sehen und Vorträge machen, dass wir das vielleicht irgendwie koordinieren mit Übergaben.

00:17:03: Das haben wir in verschiedenen Städten auch schon gemacht, Berlin, Münster und so weiter.

00:17:08: Aber die Patientinnen, die wollen wahnsinnig gern selber wieder nach Ulm kommen und die Schatzkiste selber abholen.

00:17:14: Und das freut uns natürlich ganz besonders, weil es ja Ulmarschatzkiste.

00:17:17: Und irgendwie verbinden die das jetzt auch mit unserer Stadt, was natürlich total schön ist.

00:17:21: Richtig schön.

00:17:22: Aber das heißt, oder möchtest du erst deinen Punkt noch sagen?

00:17:25: Schnell, bevor ich mich vergessen.

00:17:27: Das ist meine Rolle eigentlich.

00:17:30: Ja, heute bin ich mal dran.

00:17:32: Wir waren bei den über fünfzig.

00:17:34: Manche sind dann über fünfzig.

00:17:35: Das kam mir erst so mit den Jahren.

00:17:37: die Idee, dass ich ja irgendwann ein Film hab von meiner Mutter oder von meinem Vater und ihn auf Augenhöhe betrachten.

00:17:45: Da bestimmt dann nochmal, also auf Augenhöhe im Sinne von wir sind dann gleich alt.

00:17:50: Und irgendwann bin ich ja hoffentlich auch älter als meine Mama oder als mein Papa.

00:17:54: Und ich glaube, da erschließen sich dann immer wieder neue Aspekte.

00:17:58: Wir halten unsere Patientinnen und Patienten auch an.

00:18:01: Beispielsweise Buchtipps, wenn sie da, wenn sie jetzt besonders gerne lesen, Buchtipps zu geben.

00:18:07: Das sind ja dann Empfehlungen, die die Kinder vielleicht erst mit in den Vierzigern oder in ihren Fünfzigern lesen.

00:18:14: Und da kann ich meiner Mama noch mal auf eine ganz andere Art und Weise begegnen.

00:18:19: Ja, ich krieg voll ganz hautweit.

00:18:21: Du hast recht den Aspekt, habe ich noch gar nicht bedacht, dass wenn man die Video schaut, jetzt vielleicht als vierzig, fünfzigjähriger Jährige, dass Mama und Papa dann Die im Video bleibt ja die Zeit stehen und die bleiben für immer.

00:18:33: dann ... ... dann ... ... dann ... ... dann ... ...

00:18:46: dann ... ... dann ... ... dann ... ... dann ... ... dann ... ... dann ... ... dann ...

00:18:58: Apropos Umdrehen, man kann sich einfach bei euch melden, oder?

00:19:02: Also einfach anschreiben, ich möchte gerne den Film drehen, ich bin krank und dann schreibt ihr zurück, kommt vorbei, wir reden erst mal.

00:19:09: oder wie kann man sich das vorstellen?

00:19:11: Letztendlich genau so, wir haben eine Homepage www.ulma-schatzkiste.de.

00:19:16: Da findet man auch unsere Kontaktdaten, da kann man drauf klicken und eine E-Mail schreiben.

00:19:21: Ja, dann kriegt man von uns erst mal ein QR-Code und darf sich anmelden und danach hat man mich an der Strüppe.

00:19:27: Oh nein!

00:19:31: Das hat immer Zeit mitbringend.

00:19:36: Ja, es ist ein ärztliches Erstgespräch im Rahmen unserer Hochschulambulanz.

00:19:41: Und dann, wenn alles geklärt ist, wird der Drehtag ausgemacht, der Film getreten und dann ist der Film da.

00:19:47: so schnell geht es nicht.

00:19:49: Wenn man dann mit mir gesprochen hat, habe ich mir einen ersten Eindruck verschaffen können.

00:19:54: Und dann darf man sich an unsere Krebsbratungsstelle wenden an die KBS in Ulm.

00:19:58: Und für all diejenigen, die jetzt nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen, ist es gar kein Problem.

00:20:03: Wir können die Gespräche auch digital führen.

00:20:05: Wir haben geschütztes Ach-Video-Programm.

00:20:09: Ich weiß gar nicht.

00:20:10: Ich schaue jetzt dann immer ein bisschen... Weil

00:20:12: es für Psychotherapie zugelassen ist.

00:20:13: Ich schaue da immer ein bisschen zu klaus und versichere mich da rück.

00:20:18: Genau, und darüber kann man dann eben geschützte Gespräche führen.

00:20:23: Wir erwarten mindestens drei, die wirklich wichtig und sinnvoll sind, um den Fragenkatalog, den wir im Vorfeld ausgearbeitet haben, gut bearbeiten zu können und ganz speziell für sich auszuarbeiten.

00:20:37: Das ist nämlich gar nicht so einfach, wenn ihr euch zu Hause mal die Frage stellt, was wird ich denn sagen in so einem Film?

00:20:44: Könnte es sein?

00:20:46: dass sie euch auch Unterstützung dabei helfen oder dabei Unterstützung wünschen würdet.

00:20:52: Das ist so was wie gibt es einen Gegenstand, an dem man besonders hängt?

00:20:55: oder gibt es noch eine Person, mit der ich was Wichtiges zu klären habe?

00:20:58: oder...

00:20:59: Aber dann ist die Schatzkiste auch schon Deutschland weit bekannt, wenn ihr jetzt sagt Berlin und Münster sind wirklich Menschen darauf aufwärksam geworden.

00:21:08: Ja, also die Teilnehmenden kommen aus ganz Deutschland.

00:21:13: Ja, mittlerweile auch aus dem Deutschsprach im Ausland.

00:21:16: Wir haben sogar eine Schatzkiste auf Englisch gedreht.

00:21:19: Wow.

00:21:20: Ja.

00:21:21: Eigentlich muss man sagen, wir haben dieses Jahr.

00:21:22: wie viele?

00:21:23: Zweiundzwanzig haben wir dieses Jahr gedreht und wir haben am Freitag noch ein Drehtermin.

00:21:29: Der Letzte für dieses Jahr dann?

00:21:31: Ja.

00:21:31: Und da ist ein bisschen was mit den Terminen leider durcheinander gekommen, deswegen mussten wir ausweichen.

00:21:38: Und dieses Ausweichen, da haben wir sozusagen Gold draus gemacht aus diesem Dilemma.

00:21:44: Wir werden im Ulmer Rathaus drehen.

00:21:46: Wow.

00:21:48: Wie habt ihr das geschafft?

00:21:49: Dank

00:21:49: geht raus an unseren OB.

00:21:51: Ja, grüße.

00:21:56: Wir kommen auch gerne wieder beim nächsten

00:21:58: Mal.

00:21:59: Das ist eine Drohung.

00:22:02: Nein.

00:22:04: Wir sind pflegeleucht.

00:22:05: Stimmt, gell?

00:22:06: Kann ich bestätigen.

00:22:08: Also wir lachen ja auch jetzt sehr viel.

00:22:10: Ihr Zwei ist halt auch sehr, sehr fröhlich.

00:22:13: Menschen.

00:22:14: Das Thema ist eher ernst.

00:22:16: Wie schaffte da die Balance zwischen ernstes Thema und doch eine schöne, fröhliche Stimmung schaffen?

00:22:23: Gibt es da Tricks oder passiert das einfach, wie ihr gesagt habt?

00:22:26: Humor ist eine Ressource.

00:22:27: Absolut.

00:22:29: Das brauchste manchmal zum Überleben.

00:22:31: Es gibt keine Tricks.

00:22:32: Also das ist nicht das, glaube ich, das richtige Wort, sondern wir sagen immer wieder so, der Mensch lebt vom Kontrast der Leben.

00:22:40: Ja, und wir sind gerne fröhlich oder genießen Dinge, aber dazu gehört immer auch, dass man die andere Seite sieht.

00:22:48: Ja, und vor dem Hintergrund wird dann das Schöne noch viel schöner eigentlich.

00:22:53: Sehr schön.

00:22:54: Sarah, du hast schon Ressourcen angesprochen.

00:22:56: Jetzt muss man hier ja mal erwähnen, es ist ein ehrenamtliches Projekt.

00:22:59: Es finanziert sich durch Spenden.

00:23:01: Das ist für die Betroffenen alles kostenlos und ihr macht es eben.

00:23:04: Ihr habt ganz viele ehrenamtliche Helfer und Helferin hinter euch.

00:23:08: stellt uns mal das Team vor, wen gibt's da, was brauchen wir alles?

00:23:11: Kamera, wir hatten schon von Make-up gesprochen.

00:23:14: Ja, also wir haben mittlerweile über vierzig Personen, die uns dabei unterstützen, weil zu zweit würden wir es auf gar keinen Fall schaffen.

00:23:22: Das Ding ist mittlerweile so groß, da brauchen wir einfach ganz viel.

00:23:26: Ja, Menschen, die hinter uns stehen und die mit uns gemeinsam an die Sache glauben.

00:23:31: Zum einen haben wir das Styling-Team.

00:23:33: Natürlich haben wir Kamera-Leute, wir haben Psycho-Onkologinnen, die allesamt auch in der Krebsberatungsstelle arbeiten.

00:23:41: Also alle, die direkt im Patientinnen-Kontakt stehen, sind natürlich bestens qualifiziert.

00:23:49: Was haben wir darüber hinaus?

00:23:51: Da vielleicht noch eine Ergänzung, unsere Patientinnen und Patienten sind oft sehr fortgeschritten krank und wir haben eine Studie gemacht, eine Machbarkeitsstudie und dabei kam raus, dass bereits ein bis drei Wochen nach dem Dreh fast fünfzig Prozent verstorben sind.

00:24:07: Das heißt, dieser Dreh ist extremst kostbar, der darf von unserer Seite nicht ausfallen.

00:24:12: Das heißt, wir müssen alles ganze Personal doppeln und verdreifachen, um sicherzugehen, dass der Termin auch wirklich greift.

00:24:18: Auch wir werden halt irgendwann mal krank oder fallen aus, aus welchen Gründen auch immer.

00:24:22: Und dann muss es aber trotzdem stattfinden können.

00:24:25: Ja, dann haben wir darüber hinaus noch ganz... Also, weil Klaus die Forschung gesagt hat, einige Psychologinnen an der Uniklinik, die mit unterstützen in der Forschung.

00:24:34: Und dann haben wir aber natürlich auch das Verpflegungsteam.

00:24:38: Ja, ich denke da jetzt an zwei ganz speziell, die eben jedes Mal dafür aufkommen, dass wir essen haben.

00:24:43: Drei sind wir mittlerweile, drei.

00:24:46: Und dann haben wir einige, die uns dabei helfen, Events auf die Beine zu stellen.

00:24:50: Und natürlich auch Social Media.

00:24:52: Das könnt ihr auch unterstützen.

00:24:53: Schaut doch mal auf unserem Insta-Account vorbei.

00:24:58: Ihr seid aber auch mit einem kleinen Anliegen zu mir gekommen.

00:25:01: Ihr sucht doch jemand, habe ich gehört.

00:25:04: Oh ja, das ist ein trauriger Punkt.

00:25:06: Eine Schlüsselposition.

00:25:08: Oh je, die Emily.

00:25:11: Ich habe gerade an Nina gedacht.

00:25:12: Die

00:25:12: auch, ja.

00:25:15: Wollte ich noch mal besprechen, wer jetzt fehlt und wer jetzt ist.

00:25:18: Das sind beide super wichtig.

00:25:22: Tatsächlich werden wir uns zwei Schlüsselpositionen frei.

00:25:24: Das eine ist kein Ehrenamt, sondern... Ein tatsächlich bezahlter Fünfzig Prozent Job.

00:25:31: Das sind zwanzig Stunden die Woche.

00:25:33: Wir suchen eine neue rechte Hand im Hinblick auf die ganze Organisation.

00:25:38: Da geht es um die Vorbereitung der Drehtage, um die organisatorische Kommunikation mit unseren PatientInnen, ums Team, ja, und dann natürlich aber auch um die Planung der ganzen Events, die notwendig sind, um all das finanzieren zu können.

00:25:58: Was wir brauchen.

00:26:00: Aber wie können wir das jetzt sexy verkaufen?

00:26:03: Das

00:26:03: ist nur nicht sexy genug.

00:26:04: Das

00:26:05: war nicht sexy.

00:26:06: Wie können wir das so verkaufen, dass sich im Schluss jemand bewirbt?

00:26:09: Ich meine, allein euer Projekt ist sehr schon wert, dass man sich bewirbt.

00:26:25: Ihr könnt Menschen auf dem letzten Weg begleiten und ihnen dabei helfen, dass sie für ihre Liebsten, dass sie was zurücklassen, dass man sich an sie würdevoll erinnert.

00:26:35: Und das ist Assistenz der Projektleitung.

00:26:37: Assistenz der Projektleitung.

00:26:39: Noch mal.

00:26:39: Heißt die Stelle so Assistenz der Projektleitung?

00:26:42: Die nennen wir so.

00:26:43: Die nennen wir ab jetzt

00:26:44: so.

00:26:46: Es ist schon sexy Job, Home Office, flexibler Arbeitszeiten, charmantes Team.

00:26:52: Ihr zwei

00:26:53: Weihnachtsgeld

00:26:54: und Weihnachtsgeld.

00:26:56: Und zu Weihnachten schickt die Uni auch Kekse.

00:26:59: Habt ihr gehört Kekse?

00:27:04: Bei Keksen kam die erste

00:27:06: Reaktion.

00:27:06: Ja, die Praktice sind am Start.

00:27:11: Ich glaube, es ist wirklich eine ganz doll wichtige Rolle, weil ohne die Personen können dann die Drehs nicht stattfinden, es gibt kein Geld, es gibt unglückliche Patienten.

00:27:22: Ja, das ist so schön, weil man ja auch viel mit dem Team zu schaffen hat.

00:27:25: Es ist wertvoll, nichts von dem, was man tut, ist belanglos.

00:27:28: Man macht eine sinnvolle Arbeit.

00:27:30: Das kann man nicht immer behaupten von seiner Arbeit.

00:27:32: Ja, die ist eigentlich nie belanglos.

00:27:36: Ist immer irgendwie wertvoll.

00:27:38: Ihr habt jetzt auch von zwei Stellen gesprochen.

00:27:41: Ja, ist anders die Set-Organisation.

00:27:42: Sorry, ich wollte zu der Projektassistenz.

00:27:48: Das Coole ist, man darf sich das selbst einbringen.

00:27:50: Also man darf auch einfach selbst gucken, was könnte helfen, was wäre sinnvoll.

00:27:56: Uns Renina, die die Stelle aktuell macht, hat beispielsweise einen Stand auf einem Festival organisiert und wir hatten dann die Möglichkeit, das war richtig cool, zwei Tage mit jungen Menschen in Kontakt zu kommen, das Angebot vorzustellen, gemeinsam mit den Postkarten an ihre Lieben zu schreiben und haben da viele schöne Gespräche geführt.

00:28:17: Also sie hat für uns viele neue Wege bestritten, da wären wir gar nicht drauf gekommen.

00:28:22: und genauso was suchen wir.

00:28:23: Also wenn du Lust hast, Ideen hast, Herzlich

00:28:29: lieb.

00:28:30: Wir

00:28:33: beschreiben den Job nachher gleich noch.

00:28:35: Wir haben noch einen zweiten Job mitgebracht.

00:28:40: Da geht es darum, an den Tagen vor Ort zu sein, zu schauen, was braucht das, was braucht unsere Patientin, was braucht unsere Patientin, was brauchen wir.

00:28:50: Da geht es darum, die Formalien zu dokumentieren und dafür Sorge zu tragen, dass alles passt.

00:28:57: Angehörigenbetreuung.

00:28:59: Unsere Patientinnen und Patienten werden natürlich eingeladen, sich jemanden für diesen Tag mitzubringen.

00:29:06: Und auch nach der Person muss man schauen, auch für die ist es nicht unbedingt der leichteste Gang.

00:29:13: Die wissen ja ganz genau, dass sie da die Partnerin, den Partner, eine Freundin, ein Freund begleiten.

00:29:23: auf der Mission Erinnerung zu schaffen.

00:29:25: Das muss man so auch erst mal hinnehmen.

00:29:29: Und auch für diese Personen möchten wir möglichst gut da sein, möchten die begleiten, möchten da unterstützen.

00:29:34: Braucht man für die Zweitshops irgendwelche Voraussetzungen?

00:29:39: Ich wollte es gerade sagen, falls jemand irgendwie gern für andere sorgt, ja, ein bisschen empathisch ist.

00:29:48: eine herzliche Art hat über Humor verfügt und auch noch belastbar ist.

00:29:52: Also dann ist das genau die richtige Person für diesen Job.

00:29:56: Ihr sucht Verstärkung für ein ganz ganz tolles Projekt.

00:29:59: Zwei Stellen sind zu besetzen.

00:30:02: Ehrenamtlich?

00:30:03: Ehrenamtlich.

00:30:04: Natürlich immer.

00:30:05: Stimmt, also wir sind mittlerweile vierzig Personen im Team, so etwa.

00:30:10: Und das braucht es auch.

00:30:11: Und wenn jemand Interesse hat, uns da in irgendeiner Form zu unterstützen, weil er meint, er kennt sich mit Social Media ganz gut aus oder weil er uns logistisch unterstützen möchte oder irgendwelche tollen Ideen hat, die uns weiterbringen können, gerne melden.

00:30:26: Boah, Social Media ist echt ein richtig guter Punkt.

00:30:29: Also wenn ihr das könnt, kommt vorbei.

00:30:31: Wir brauchen dich.

00:30:33: Das klingt hilflos und verzweifelt.

00:30:36: Nicht nur,

00:30:36: nicht nur.

00:30:37: Ja doch, die Präsenz in der Öffentlichkeit ist noch zu gering, das stimmt.

00:30:39: Wir bräuchten mehr Öffentlichkeit und dazu bräuchts halt auch Leute, die da ein bisschen was machen, das kriegen wir alles nicht selber gestemmt noch.

00:30:47: Könnte denn noch Leute aufnehmen?

00:30:48: Also ihr könntet jetzt auch, also findet ihr zwanzig viel oder wenig für das, was ihr machen könntet?

00:30:54: Also habt ihr Kapazitäten noch?

00:30:58: Absolut, also wir haben jetzt für nächstes Jahr die Drehmöglichkeiten nochmal erhöht.

00:31:05: sodass wir möglichst viele Patientinnen versorgen können.

00:31:12: Jetzt müssen wir einfach schauen, es ist ja ein sehr vulnerables Geschäft.

00:31:16: Also nur weil ich vorbereitet bin, heißt es nur lange nicht, dass ich am Ende auch drehen kann.

00:31:21: Leider kommt es immer wieder vor, dass auch im letzten Moment Drehtermine abgesagt werden müssen, weil eben eine akute Krankheitsverschlechterung vorliegt, sodass das schwer planbar ist.

00:31:35: Aber wir haben jetzt für nächstes Jahr auf jeden Fall mal die Zahl an Drehmöglichkeiten erhöht, um möglichst vielen Patientinnen eine Chance zu geben.

00:31:47: Drehs in dem Jahr, die gaben sich einfach aufgrund der Nachfrage.

00:31:52: Wir werden immer mehr Menschen darauf aufmerksam und merken, dass das für sie ein attraktives Angebot ist, das sie gerne wahrnehmen möchten.

00:31:58: Ganz egal, wo sie herkommen.

00:31:59: Patienten aus Leipzig oder auch aus der Aachener Gegend, aus Hamburg, also wirklich ganz Deutschland gehabt.

00:32:07: Und das ist ganz gut, weil wir sind ja Uni-Klinik.

00:32:10: Ich möchte gerne noch ein Satz zur Forschung sagen.

00:32:13: Wir haben eine Machbarkeitsstudie gemacht, bei der wir zeigen konnten, dass das alles gut durchführbar ist, dass es sehr gut akzeptiert wird, dass die Patienten extrem dankbar sind für die Teilnahme und auch sehr stark davon profitieren.

00:32:24: Und dieses profitieren, das ist vielversprechend.

00:32:26: Da wollen wir jetzt mal gucken, ob wir das genauer erfassen können, was das ist.

00:32:30: Also bei denen scheint sich die psychosoziale Belastung zu reduzieren, die gehen angstfreier aufs Lebensende zu, haben eine höhere Lebensqualität und ein stärkeres Würde erleben.

00:32:41: Und wenn sich das bewahrheiten würde, das wäre natürlich fast schon sensationell.

00:32:45: Deswegen, wir würden gerne Wirksamkeitsstudie machen und dafür bräuchten wir aber auch eine entsprechende Anzahl von Drehs und deswegen haben wir uns da gerne in diese Richtung weiterentwickelt.

00:32:55: um da schon mal die Grundlage zu schaffen, wenn wir Forschungsgeld dafür bekämen, dass wir es auch gestemmt bekommen.

00:33:00: Das ist der Wahnsinn, finde ich.

00:33:01: Aber ja, Reden bringt halt doch was.

00:33:04: oder auch sich mit sich auseinanderzusetzen.

00:33:07: Danach glaube ich auch einfach zu wissen, okay, meine Kinder werden sich jetzt an mich erinnern und ich glaube, es sprüht auch nochmal mehr Endorphine aus.

00:33:15: Das wird uns immer wieder beschrieben, dass es ein Riesenstein, der da vom Herzen fällt, wenn ich weiß, okay, ich habe jetzt vorgesorgt.

00:33:23: Wir hoffen natürlich, dass es möglichst lange noch gut geht oder vielleicht doch noch irgendein Weg gefunden wird, wie man diese Krankheit überleben kann.

00:33:31: Aber für den Fall, dass es eben nicht eintrifft, ist dann eben vorgesorgt.

00:33:35: Und ich glaube, das ist auch ein Faktor, der zu dieser Erleichterung beiträgt, die Patienten beschreiben, wenn sie es verlassen.

00:33:45: Das muss man vielleicht noch dazu sagen.

00:33:47: Also all diejenigen, die zu Hause keine psychologische Anbindung haben, für die endet unser Angebot nicht mit ihrem Dreh.

00:33:54: Also wer feststellt, dass er davon profitiert, mit uns zu sprechen, mit uns seine Ängste und Sorgen zu teilen, Pläne für den Alltag zu machen, der darf das auch weiterhin.

00:34:06: Also Klick-Doc funktioniert auch noch nach dem Drehtag, wenn es gewünscht ist.

00:34:11: Wir hatten ja so verschiedene Ziele im Blick, als wir das Programm entwickelt haben und einer ist uns witzigerweise erst beim Gehen aufgefallen.

00:34:19: dass wir Menschen in einer extrem hilflosen Situation etwas an die Hand geben, kreativ selbst zu gestalten, wie sie in Erinnerung bleiben wollen.

00:34:28: Und das ist etwas unglaublich motivierendes und bestärkendes.

00:34:32: Also so in Richtung Selbstwirksamkeit.

00:34:34: Ja, die haben eine Aufgabe, wo sie brainstorm können, wo sie überlegen können und dann auch ein Ziel, worauf sie hinarbeiten.

00:34:41: Und ihr müsst euch das ja so vorstellen, es sind Menschen, die schwer krank sind und die nach und nach mehr Funktion verlieren.

00:34:47: Am Anfang wird es vielleicht schwer.

00:34:48: irgendwelche Transportdienste Kind in Kindergarten bringen, zu verrichten.

00:34:52: Irgendwann wird es dann immer schwerer, auch im häuslichen Umfeld vielleicht zu kochen, die Kinder zu versorgen, ins Bett zu bringen.

00:34:58: Und vieles zentriert sich dann, also wenn ich das auf mein Leben übertragen würde, auf das Sofa.

00:35:03: Und dann sitzt man da und sieht so das Leben an sich vorbeiziehen und wird immer schwächer und es wird immer weniger.

00:35:09: Und das ist aber was?

00:35:10: Das kann ich ihm liegen machen.

00:35:11: Da kann ich mir Gedanken machen.

00:35:13: Da kann ich aktiv selbst gestalten, was aufbauen.

00:35:16: Obwohl ich doch schon so viel gar nicht mehr gestemmt bekomme.

00:35:19: Und das gibt einem unglaublichen Auftrieb.

00:35:23: Das ist schön, weil man weiß, man kann seinen Kindern was richtig Tolles hinterlassen.

00:35:28: Gibt es Sätze, die euch im Kopf geblieben sind, was Patienten oder Patientinnen zu euch gesagt haben über die Schatzkiste?

00:35:34: Mhm.

00:35:34: Ich will gleich

00:35:35: den ersten.

00:35:35: Ja, komm.

00:35:37: Also, die Betty hat gesagt, als sie die Klinik verlassen hat, ich habe mich heute gefühlt wie eine richtige Prinzessin.

00:35:44: Und das ist schon schön.

00:35:45: Ich meine, wenn man die Betty kennt, dann weiß man, dass sie eine sehr hohe Affinität zu den Royals hatte.

00:35:54: Und dann ist es für uns natürlich ein Ritterschlag, wenn sie davon spricht, dass sie sich fühlt wie eine echte Prinzessin.

00:36:00: Das war total schön.

00:36:02: Wir haben auch andere Sätze gehört.

00:36:04: Wir haben raus, wo eine Patientin mit ihrer Begleitung dann so die Villa gerade verlassen wollte im Aufzug stand.

00:36:11: Und dann hörte ich es nur so von hinten irgendwie, dass ich sagte, das war ja ganz schön emotional.

00:36:16: Also in der Hochzeit war ein Dreck dagegen.

00:36:20: Ja, ja, wow, das ist so schön habt ihr noch mal, weil ich euch möchte mehr.

00:36:24: Eine meinte mal nach der Vorbereitung, die hat sie so weit gebracht, das hat ihr so gut getan, hat den Dreh jetzt jetzt nicht mehr gebraucht.

00:36:34: Ja, weil wir ja im Vorhinein sich darüber Gedanken machen mussten.

00:36:38: Damit war sie dann letztendlich auch glücklich.

00:36:40: Aber sie meinte, wenn wir an dem Punkt abgebrochen hätte, hätte sie davon auch schon wahnsinnig profitiert.

00:36:46: Allein das wäre es wert gewesen, zu kommen.

00:36:48: Schön.

00:36:49: Ich muss gerade noch an einen Patienten denken, das ist noch gar nicht so lange her.

00:36:54: Der ist unmittelbar nach dem Dreh verstorben.

00:36:57: Und als ich zu ihm kam ... Hat er mich angestrahlt und hat gesagt, jetzt habe ich es geschafft.

00:37:03: Jetzt sind sie da.

00:37:05: Der wollte unbedingt noch warten.

00:37:06: Der hat sich dann verabschiedet und hat gesagt, ich habe auf sie gewartet.

00:37:09: Das war mir noch ganz wichtig.

00:37:11: Oh Gott.

00:37:13: Und dann hat er ganz wenig rausgekriegt, weil er schon völlig platt war.

00:37:17: Genau, und der war schon so entkräftet, dass es ganz, ganz schwer war.

00:37:21: Und dann haben wir seine Bekleidung dazu gebeten.

00:37:26: Es war das erste Mal, dass wir eine Schatzkiste mit zwei Personen im Bild hatten.

00:37:31: Aber diese Interaktion zwischen den beiden, das war so liebevoll und das war so herzlich.

00:37:36: Und das nochmal aufzufangen, war glaube ich unglaublich wertvoll auch für die Kinder.

00:37:42: Das war richtig, richtig schön.

00:37:43: Also ich war da wahnsinnig gerührt.

00:37:45: Ich war total begeistert wie unsere Kameraleute aus diesem Nichts.

00:37:50: Das war kein schönes Zimmer, das war mal nicht die Villa.

00:37:53: im Nu mit bisschen Licht und bisschen Umstellen eine Wahnsinnskulisse geschaffen haben, in der er es so schön lag.

00:38:03: Das war das nächste Level.

00:38:04: Es

00:38:05: hat auch ein bisschen die Macht der Beziehung irgendwie deutlich gemacht.

00:38:08: Es hat sich wirklich sehr schwer zu erzählen, bis die Lebensgefährtin aufgetaucht ist und uns aufgeblüht und hat ganz toll erzählt.

00:38:20: Es sind sehr kurze Filme, aber ich glaube, diese twenty-fünf Minuten, oder wie viele es dann waren...

00:38:25: ...wär es im... ...Ninzehnfünfundvierzig.

00:38:29: Ja, großartig.

00:38:29: Und das schafft ihr durch die Ulmer Schatzkiste.

00:38:32: Habt ihr noch Abschlussworte?

00:38:34: Etwas, was ihr loswerden wollt?

00:38:35: Jetzt

00:38:35: sag was Nettes.

00:38:36: Ja, ich überleg grad.

00:38:38: Also, wir wollten ja jemanden finden, der bei uns arbeitet.

00:38:43: Wir brauchen Geld.

00:38:45: Social Media.

00:38:48: Patientinnen.

00:38:49: Wir haben schöne Veranstaltungen gehabt.

00:38:50: Wir gehen jetzt gleich noch zu den Nappy-Dancers.

00:38:53: Ja, das wollen wir noch sagen.

00:38:54: Wir machen

00:38:54: noch eine Checkübergabe.

00:38:56: Das ist total süß.

00:38:58: Wir sind gleich im Anschluss auf dem Weihnachtsmarkt verabredet.

00:39:01: Und zwar bekommen wir einen kleinen Check überreicht von den Nappy-Dancers.

00:39:07: Und das war eine unfassbar süße Aktion.

00:39:09: Das sind Kleinkinder.

00:39:12: Ja, ich meine, die Altersspanne war zwischen zwanzig und vierzig Lebensmonaten, die gemeinsam mit ihren Eltern tanzen.

00:39:21: Und die Nappy-Dancers haben im Rahmen einer Weihnachtsparty Geld für die Schatzkiste gesammelt.

00:39:28: Und das war eine... Unfassbar niedliche Aktion.

00:39:31: Da freuen wir uns jetzt ganz arg drauf.

00:39:32: Ja, es ist überhaupt faszinierend.

00:39:34: Das, was sich Leute alles einfallen lassen, um uns zu unterstützen, ist total schön.

00:39:38: Allein das ermutigt uns immer wieder von Jahr zu Jahr weiter zu machen.

00:39:41: Ich glaube, uns gibt es auch nächstes Jahr noch.

00:39:44: Wir hoffen doch, dass es euch nächstes Jahr gibt und wir vielleicht auch nächstes Jahr wieder zusammensitzen.

00:39:48: Das hat mich ganz toll gefreut, dass ihr da wart, Sarah und Klaus.

00:39:52: Und ich drück euch die Daumen, dass sich alles fügt, dass ihr jemand findet.

00:39:56: Jemand euch findet.

00:39:58: Das ist total lieb.

00:39:59: Vielen Dank, dass wir wiederkommen durften.

00:40:01: Ja, das war eine total neue Erfahrung hier nicht im Aquarium.

00:40:05: Wir werden noch ein bisschen sitzen bleiben und winken, oder?

00:40:08: Ich habe

00:40:09: doch gesagt, dass das Weihnachtsmarkt hier das Studio ist einfach ein Traum.

00:40:13: Mein

00:40:13: Sohn hat immer nur geschwärmt davon von dieser Erfahrung, die ihn auch weit gebracht hat, also im Radio.

00:40:19: Ja,

00:40:20: das ist total schön mit den ganzen Lichtern hier.

00:40:22: Und alle fragen sich, wer sind diese zwei Stars hier hinter dem Glas?

00:40:28: Wer sind die, die da drin sitzen dürfen?

00:40:31: Kann man die füttern?

00:40:34: Ja, also füttern kann man immer gerne.

00:40:37: Klaus lebt alkoholfrei vegan.

00:40:39: Ich danke euch.

00:40:41: Danke dir.

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