Das DONAU 3 FM Weihnachtsmarkt- Radio mit Feuerwehrkommandant Adrian Röhrle

Shownotes

Wie Ulms Feuerwehrkommandant Adrian Röhrle nachhaltig für genug Nachwuchs sorgt und warum er bei brennenden Kerzen nach wie vor auf einen Eimer Wasser schwört, das verrät der Chef der Ulmer Feuerwehr im DONAU3FM-Weihnachtsmarktradio….

Transkript anzeigen

00:00:04: Das Donau III FM Weihnachtsmarktradio

00:00:06: direkt vom Ulmer Münsterplatz auf deine Ohren.

00:00:09: Ja, zu Gast bei uns im Weihnachtsmarktstudio auf dem Ulmer Münsterplatz ist Adrian Röhle, der Ulmer Feuerwehrkommandant.

00:00:17: Herzlich Willkommen, Herr Röhle.

00:00:18: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:00:19: Hat mich sehr gefreut.

00:00:20: Ja, seit... äh... ...Zweitausendzwanzig sind Sie ja schon Feuerwehrkommandant in Ulm, also jetzt volle fünf Jahre, sage ich mal.

00:00:29: Ähm, ja.

00:00:30: Sie kommen aus Unterweiler und ich habe mir sagen lassen, das sind Sie auch noch in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv.

00:00:34: Haben Sie überhaupt noch die Zeit, als Feuerwehrkommandant da aktiv zu sein?

00:00:39: Als Kommandant bin ich nicht wirklich mehr freiwilliger aktiv, aber ich bin freiwilliger aktiv in allen Abteilungen der Feuerwehr um den Alten Dreizehn und tauch da auch regelmäßig auf.

00:00:49: Bevor wir im Grunde über die ganzen Aufgaben sprechen und über dies und das, wie war denn der heutige Montag?

00:00:55: Gab es in Deutschland irgendwelche großen Einsätze oder ist es ruhig geblieben?

00:00:58: Wie war es Wochenende?

00:00:59: Am Wochenende hatten wir ein paar Einsätze, auch größerer Natur, tatsächlich, aber heute war es eigentlich ein durchschnittlicher Tag.

00:01:07: Wir haben ein, zwei Brandmeldeanlagen gehabt, aber ansonsten verlief der Tag relativ ruhig und unspektakulär.

00:01:13: Und das ist ja im Grunde immer gut, die je weniger los ist, umso besser auch wahrscheinlich für Sie, oder?

00:01:18: Ja, je weniger los ist, desto besser für den Ulmer Bürger, denn dann ist er nicht in Not und wenn wir ausrücken, dann ist irgendjemand in Not und das ist eigentlich der Nachteil an der ganzen Sache.

00:01:27: Was man so ein bisschen klären muss, Ulm hat jetzt endlich auch offiziell eine Berufsfeuerwehr, also die gibt es ja schon länger, aber jetzt ist es so quasi, wie soll ich sagen, amtlich kann man sagen.

00:01:38: Erzählen Sie mal, erklären Sie mal den Leuten und unseren Hören des, wie es dazu kam und vor allem der Unterschied zwischen der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr auch hier mit dem Sonderfall Ulm.

00:01:51: Als der Gründer der Feuerwehr im Konrad-Dietrich Bagirus die freiwillige Feuerwehrensleben gerufen hatte, gab es noch keinen Berufsfeuerwehrmann.

00:02:00: Der kam erst in den Dreißiger, Vierziger Jahren nach.

00:02:05: In dem Zweiten Weltkrieg kamen die ersten Berufsfeuerwehrleute.

00:02:08: Da war es zum ersten Mal auch eine Berufsfeuerwehr schon.

00:02:11: Wurde dann, als man genug ehrenamtliche Einsatzkräfte hatte, wieder abgeschafft und nur noch mit hauptamtlichen Kräften gearbeitet.

00:02:20: auch berufsmäßig ausgebildet, waren auch Tag für Tag auf der Feuerwache, aber es war keine Berufsfeuerwehr.

00:02:27: Eine Berufsfeuerwehr ist in Baden-Württembergen nicht genau geregelt.

00:02:32: Das Gesetz sagte lediglich, dass ab einer Einwohnerzahl von hunderttausend Einwohner eine Stadt eine Abteilung Berufsfeuerwehr einrichten muss, so wie zum Beispiel die Abteilung Donaustätten oder Göklingen oder Unterweiler, muss dann eine Abteilung Berufsfeuerwehr eingerichtet werden.

00:02:47: Das war erstmalig in den Achtzigerjahren, da ist man kürz mal über hunderttausend und dann wieder runter.

00:02:53: Dann hat die Stadt aber eine sogenannte Ausnahmegenehmigung beantragt, um das Einrichten einer Berufsfeuerwehr quasi nicht verpflichtend zu haben.

00:03:01: Dem hat das Innenministerium in den Neunzehnten und neunzehundert sechsundneunzig zugestimmt und seither hatte man die Ausnahmegenehmigung.

00:03:08: Also und da wir ja schon lange über hunderttausend sind und auch konstant, ich glaube jetzt immer bei hundertdreißigtausend, glaube ich schon, ein Wohner, die die Stadt Ulm zählt, haben wir diese Berufsfeuerwehr jetzt?

00:03:17: Ich glaube, ich sind seventy- vier hauptamtliche.

00:03:19: Ist es richtig, oder sind es ein paar mehr inzwischen?

00:03:22: Wir sind mittlerweile achtzig Berufsfeuerwehrkräfte und fünfhundertfünfzig ehrenamtliche Einsatzkräfte.

00:03:28: Und diese Einsatzkräfte, die werden dann, oder so stell ich es mal zumindest vor, bei Großeinsätzen wie auch immer, oder wenn dann vor Ort in die jeweiligen Gemeinde und so weiter was stattfindet, die werden dann wahrscheinlich dazugenommen oder möglicherweise auch dann zuerst alarmiert.

00:03:43: Wir alarmieren die freiwillige Feuerwehr eigentlich paritätisch zur Berufsfeuerwehr, insbesondere dann, wenn es Ereignisses auch hergibt, also ein Zimmerbrand oder ähnliches, da wird die freiwillige Feuerwehr auf jeden Fall alarmiert.

00:03:53: Bei einem Ich sag's mal, kleineren Brand wie einen Mülleimerbrand oder ähnliches, da fährt erst mal die Berufsfeuerwehr raus und wir versuchen die freiwillige Feuerwehr, ich nenn's mal zu Schonen, da hingehen, weil die beim Arbeitsplatz ja irgendwo arbeiten und dort weglaufen müssen und erst mal zum Feuerwehrhaus kommen müssen und das versuchen wir auch im Sinne der Arbeitgeber so wenig wie möglich zu halten.

00:04:15: macht ja auch Sinn.

00:04:17: Ich habe es im Grunde genau umgekehrt vorgestellt.

00:04:19: Er ist der Freiwillige vor Ort und dann kommt der Berufsfeuerwehrmann dazu.

00:04:24: Aber ich habe genau umgekehrt.

00:04:26: Wir alarmieren tatsächlich gleichzeitig.

00:04:27: Also je nach Wohnort, also in den Außenbezirken kommt die Freiwillige Feuerwehr tatsächlich zuerst, weil sie einen Zeitvorteil hat.

00:04:34: Und im Karrenstadtbereich ist natürlich die Berufsfeuerwehr mit der Berufsfeuerwache in der Kepler Straße schneller.

00:04:40: Ja, schneller.

00:04:41: Aber wo Zeit gibt es da irgendwie so ein Limit, das Sie erreichen müssen?

00:04:45: Da müssen Sie quasi am Einsatzort sein?

00:04:47: Der Gemeinderat hat mit dem Brandschutzbedarfsplan, der auch dieses Jahr im Kraftrat entschieden, dass wir acht Einsatzkräfte, egal ob Haupt- oder Ehrenamt, binnen zehn Minuten an der Einsatzstelle haben müssen mit einem entsprechenden Ländler-Schwurtstag.

00:05:05: Also zehn Minuten ist ja auch ganz schön ambitioniert.

00:05:07: Schaffen Sie das auch immer?

00:05:09: Ja, wir müssen das in neunzig Prozent aller Fälle schaffen.

00:05:11: Die zehn Prozent sind quasi, wenn wir wirklich witterungsbedingte Verkehrswiedrigkeiten oder Ähnliches haben, aber im Regelfall schaffen wir das.

00:05:19: Das ist gut.

00:05:19: Gut zu hören, auch beruhigend für die vielen Ulmerinnen und Ulmer.

00:05:23: Ja, jetzt kommen wir eigentlich zum eigentlichen... Hauptthema des Tages, nämlich seit kurzem hat die Feuerwehr Ulm eine Kinderfeuerwehr.

00:05:32: Ja, finde ich eine ganz tolle Geschichte.

00:05:34: Sie haben das mitinitiiert.

00:05:35: Bevor wir darüber reden, will ich jetzt mal einen Kollegen von Ihnen vorstellen.

00:05:38: Das ist der Hannes, der ist sechs Jahre alt und er ist jetzt bei der Kinderfeuerwehr in Göklin.

00:05:44: Hannes kommt zu uns mit einer tollen Uniform.

00:05:47: Ich habe mir sagen lassen, du bist richtig stolz darauf.

00:05:50: Komm mal her zu uns.

00:05:51: Guck, setz die Nummer zu uns und sagen wir mal ganz kurz, Hannes, stimmt es denn, bist du richtig stolz auf Feuerwehrmann?

00:05:59: Ja.

00:06:00: Ja?

00:06:00: Und deine Uniform, wo liegt die?

00:06:02: Wo tust du die eigentlich hin?

00:06:05: Weiß ich nicht.

00:06:06: Weißt du nicht?

00:06:06: Die Mama hat mir nämlich verraten, dass du so stolz bist, dass du die sogar neben des Bett legst, weil du so stolz bist.

00:06:13: Stimmt es?

00:06:14: No.

00:06:15: No?

00:06:16: Mama, was ist da los?

00:06:17: Die Mama ist auch da, die Sabrina frei... Sabrina, stimmt es oder stimmt sie?

00:06:22: Das stimmt sehr wohl.

00:06:23: Er war so stolz und hat sich nebens ins Bett gelegt und hat sich über Tagen lang da liegen gelassen, bis die Mama gesagt hat, jetzt freuen wir uns die Enden schreck.

00:06:31: Jetzt hängt sie da, wo sie sein muss im Schreck.

00:06:33: Und sagen wir mal, warum bist du denn so ganz Feuerwehrmann?

00:06:36: Oder kann man schon Mann sagen oder heißt es bei euch Feuerwehrbub?

00:06:41: Weißt du, wie es heißt?

00:06:43: Und warum bist du so ganz Feuerwehrmann?

00:06:46: Weiß ich nicht.

00:06:48: Was?

00:06:49: Weil es dir doch Spaß macht, habe ich mir sagen lassen.

00:06:51: Dann fragen wir mal deinen Chef, den Kommandante, Herr Röhle, diese Kindervorhiebe.

00:06:57: Was hat damit auf sich?

00:06:58: Ich meine, Sie haben das mit initiiert und Sie sagen, das ist eine tolle Geschichte für die Kinder, kleinen Aufwand zu sehen.

00:07:06: Das ist nicht nur eine tolle Geschichte für die Kinder selber, sondern für die Zukunft der Feuerwehr Ulm tatsächlich.

00:07:11: Wir hatten bisher ein Eintrittsalter von ca.

00:07:13: zehn bis elf Jahren, was bei Satzung möglich war.

00:07:15: Mit der Satzungsänderung zu diesem Jahr haben wir es ermöglicht, die sechsjährigen auch aufzunehmen.

00:07:21: Und damit war der Weg frei für die heutige Kinderfeuerwehr, die von sechs bis zwölf Jahren gehen soll in den Abteilungen, in denen sie vorhanden ist.

00:07:28: Was ist das Ziel?

00:07:29: Wir haben festgestellt, dass Kinder und Jugendliche meistens im Alter von sechs Jahren sich für ihr Hobby entscheiden.

00:07:35: Und wir möchten den sechsjährigen bzw.

00:07:37: sechs bis zwölfjährigen ein Angebot machen, indem sie auch mal die Kinderfolge ausprobieren können und unter Umständen auch dauerhaft in der freiwilligen Folge bleiben.

00:07:47: Und was sind es dann für Aufgaben, die sie dann den Kindern auch geben und bzw.

00:07:51: heranführen?

00:07:52: Ja, wir haben ein vierteiliges Konzept angelehnt an unserer Löschen retten Schützenbergen.

00:07:58: Konzept des deutschen Feuerwehrbandes.

00:08:00: Und beim Löschen ist natürlich die Feuerwehr im Vordergrund.

00:08:02: Das kann man sich gut vorstellen plakativ.

00:08:04: Feuerwehr heißt aber im Alter von sechs Jahren, welche Gefahren gibt es bei brennenden Kerzen?

00:08:10: In der jetzigen Zeit Adventskranz und Co.

00:08:12: durchaus sehr, sehr sinnvoll.

00:08:15: die ganze Brandschutzerziehung, alles, was es dort gibt, von einem Notruf vernünftig abzusetzen und erkennen, wo Gefahren sind in dem Alter von sechs ist schon eine sehr wichtige Aufgabe.

00:08:24: Das Bergen haben wir mehr unter die Bewegung gesetzt, weil Kinder von sechs bis zwölf die rennen gern die Torbindern und wir machen auch ganz Bewegungsspiele, also unterschiedlichster Art, vom Brennball, der natürlich als brennender Ball bei der Feuerwehr sehr gut aufgehoben ist.

00:08:38: und auch das Schützen, was will man denn am meisten schützen?

00:08:41: Das ist der Wohnort.

00:08:42: Die Kinder erkennen ihren Wohnort vielleicht noch nicht.

00:08:44: ganz so gut.

00:08:45: Wir möchten Ihnen dort einen Einblick hinter die Kulissen des eigenen Wohnorts geben, also spricht des Ortes.

00:08:50: Vom Rathaus über vielleicht eine Bank oder einen Supermarkt oder was auch immer vor Ort ist, möchten wir den Einblick nach hinten geben, hinter die Kulissen und damit auch die Identifikation mit dem eigenen Ort stärken.

00:09:02: Und das Dritte ist eigentlich retten.

00:09:04: Das ist etwas, was vielleicht an den Haaren dabei gezogen, aber die sozialen Fähigkeiten, dass die Die Gruppe ist nur so stark, wie das Schwächste glied.

00:09:13: Und diese Gruppe muss schon lernen, dass die einzelne Leistung wichtig ist, aber nur gemeinsam sind sie noch stärker.

00:09:19: Und das ist eigentlich etwas, was man in der heutigen Gesellschaft, in der Elbogen-Gesellschaft, wie ich es auch ganz ganz sage, manchmal etwas zu kurz kommt.

00:09:26: Von vielen wird die individuelle Leistung immer gefordert und nicht die Teamleistung.

00:09:30: Und bei der Feuerwehr ist die Teamleistung im Vordergrund.

00:09:32: Und diese vier Komponenten möchten wir eigentlich in der Kinder-Feuerwehr wiedergehen.

00:09:36: Und Hannes, was macht dir am meisten Spaß?

00:09:41: Was denn?

00:09:43: Basteln, was basteln?

00:09:45: Recht, was bastelst du da?

00:09:47: Nichts.

00:09:50: Vollwehrauto hast du gebastelt, das ist ja toll.

00:09:53: Und habt ihr den Brennball auch schon mal gespielt?

00:09:55: Habt ihr das auch schon gemacht?

00:09:57: Noch

00:09:58: nicht.

00:09:59: Oh, dann wird's aber Zeit.

00:10:00: Wie oft trefft ihr euch?

00:10:01: einmal die Woche oder wie oft?

00:10:03: Sag mal, Hannes, wie oft?

00:10:08: Einmal im Monat.

00:10:09: Genau, okay.

00:10:10: Also es ist ja einmal im Monat, ich dachte vielleicht ein bisschen öfter, aber reicht, oder?

00:10:14: Ja, und die aktiven bzw.

00:10:16: die Jugendfeuere trifft sich zweimal im Monat rund und wir wollen eigentlich den Kindern und Jugendlichen das als ausprobieren ermöglichen und dann haben es so zu zehn bis zwölf Übungsdienste im Jahr, die geplant sind.

00:10:29: Dass es vielleicht nur unterjährig andere ungeplante oder kürzfristig geplante Dinge gibt, das mag auch noch dazukommen.

00:10:35: Okay, und jetzt habe ich es richtig verstanden, es gibt bisher eine Gruppe in Donaustätten, aber das sollen ja noch mehr folgen, oder?

00:10:41: Ja, also... rechtlichen Rahmenvoraussetzungen, also sprich unsere Satzungen, wurde dahingeändert, dass alle es einrichten können.

00:10:48: Aber es hängt wie so oft am Ehrenamt und auch die Betreuung ist... ausschließlich ehrenamtlich getragen.

00:10:53: Also wir haben da keine hauptamtliche Kräfte, die diese Kindergruppen betreuen.

00:10:58: Und das kommt auch top zum freiwilligen Feuerwehrdienst dazu.

00:11:01: Und das ist schon viel, wenn die das dann machen müssen.

00:11:04: Und deswegen auch erst mal nur die zehn bis zwölf Übungsdienste im Jahr, dass es auch die Betreuer schaffen.

00:11:10: Denn der Betreuungsschlüssel ist dort deutlich höher als in der Jugendfolge.

00:11:14: Und Hannes, wenn du groß bist, bist du dann der beste Feuerwehrmann in Ulm?

00:11:19: Sag.

00:11:20: Wer ist der Papa?

00:11:24: Du bist gleich der Chef.

00:11:25: Ja, komm mal, hier ist der Chef.

00:11:26: Willst du ihm was sagen?

00:11:27: Hier ist der Chef von der Feuerwehr.

00:11:29: Hast du nichts zu sagen?

00:11:30: Okay.

00:11:31: Gut, jetzt musst du ja noch ein bisschen üben und dann kannst du ihn ablösen irgendwann.

00:11:34: Komm, vielleicht sogar auch hin.

00:11:38: Ja, fast, ja.

00:11:40: Ja, Herr Hölle.

00:11:40: Okay, finde ich ja klasse.

00:11:42: Ja, und Sie haben es vorher angedeutet.

00:11:44: Stichwort Umgang mit Kerzen.

00:11:46: Also wir haben hier auch eine Kerze, aber guck mal, Hannes.

00:11:49: Die brennt nicht wirklich.

00:11:50: Das ist so eine elektrische Kerze.

00:11:54: Stimmt, das ist eine Elektrokatze.

00:11:55: Erkennt ihr das schon?

00:11:57: Woher kennt ihr das?

00:11:58: Auch

00:11:58: zu

00:11:59: Hause eine.

00:12:00: Ach, die habt ihr auch so, ja.

00:12:01: Das haben mittlerweile viele.

00:12:03: Ja, fragen wir nochmal an den Fachmann.

00:12:05: Umgang mit Katzen.

00:12:06: Finden Sie es ja nicht gut, dass jetzt immer mehr so Elektrokatzen überall Eingang finden auf den Tischen oder natürlich auch die Weihnachtsbeleuchtung oder auch am Christbaum, die Beleuchtung, dass die mittlerweile jetzt größtenteils elektrisch ist und gar nicht mehr die klassische frei brennende Katze?

00:12:21: Also am Weihnachtsbaum hat es drastisch dazu geführt, dass die Brände zurückgegangen sind.

00:12:26: Man kann mit Kerzen natürlich auch verantwortungsvoll umgehen und das ist ja auch das Ziel, was man den Kindern beibringen wollen.

00:12:31: An einem Adventskranz oder auf einem Tisch eine brennende Kerze kann man verantwortungsvoll auch nutzen.

00:12:37: schon eine andere Atmosphäre wie eine LED muss ich aufzugeben.

00:12:41: Die LEDs sind natürlich sicherer an den Bereichen, wo großer Publikumsverkehr wie hier auf dem Weihnachtsmarkt ist und natürlich auch der Schaden entsprechend hoch wäre.

00:12:49: Aber zu Hause kann man auch durchaus eine normale Kerze verwenden.

00:12:53: Man sollte sie nur nicht unbeaufsichtigt lassen und weit weg von leicht brinnbaren Dingen wie Gardinen oder auch das trockene Gesteck.

00:13:01: Und wenn man auf die paar Dinge achtet, dann bekommt man auch eine schöne Weihnachtsstimmung mit Natur.

00:13:07: Am Weihnachtsbaum bin ich persönlich auch ein Freund von der LED-Katze, die man mittlerweile auch sehr schön inszenieren kann.

00:13:14: Okay, richtig verstanden.

00:13:15: Also am Weihnachtsbaum dann die LED-Katze und auf dem Tisch durchaus gesteckt, Advents gesteckt.

00:13:20: Wir haben daheim gestern auch eine Katze angezündet, die auch eine echte Katze oder so eine elektrische.

00:13:28: Und wie fandest du das?

00:13:31: Sieht schon gut aus und macht schon Spaß.

00:13:32: Okay, nur spielen davon nicht.

00:13:34: Früher hat man immer, auch als Kinder hat man da immer gespielt, an ausgemacht und vor allem mit dem Wachs rumgespielt.

00:13:39: Das sollte man, glaube ich, lieber nicht lassen.

00:13:41: Also nochmal da die Frage, den Kindern das zu zeigen, macht ja durchaus Sinn, damit sie auch diskapieren den Unterschied.

00:13:48: Ab wann, ab welchem Alter ist es dann so sinnvoll, die Kinder dahin zu führen?

00:13:51: Also das Grundschulalter ist auf jeden Fall sehr gut geeignet.

00:13:54: Deswegen haben wir auch die sechsjährigen quasi mit der Grundschulfähigkeit uns vorgestellt in der Aufnahme.

00:14:01: Und Kinder sind sehr unterschiedlich in der Entwicklung.

00:14:04: Manche verstehen es früher, manche später, aber es ihnen zu zeigen und der Aufsicht und dann auch zu zeigen, wie man mit verantwortungsvoll umgeht, ist sehr, sehr wichtig.

00:14:12: Weil das Verbot ist immer das Schöne und dann macht man es heimlich und dann geschehen die großen Unglücke.

00:14:17: Die großen Dinge, also lieber... Bewusstung gezielt heranführen.

00:14:21: Sehr gut.

00:14:22: Und haben Sie jetzt auch für diese Zeit insgesamt als Feuerwehrkommandant so ein bisschen ein ungutes Gefühl, weil viele ja doch möglicherweise nicht ganz so verantwortungsvoll damit umgehen, jetzt gerade auch in der Vorweihnachtszeit mit Adventsgestecken, Grenzen mit Tannenbäumen?

00:14:41: Natürlich haben wir jetzt auch Brände von Advents gestecken.

00:14:44: Die bekommt man in der Sommerzeit nicht, weil da üblicherweise kein Adventskranz steht.

00:14:48: Es liegt im Wesentlichen da drin, aber es ist überschaubar.

00:14:51: Und ich habe schon den Eindruck, dass die Menschen verantwortungsbewusst mit Kerzen oder mit offenen Feuer umgehen.

00:14:58: Und daher funktioniert das aus meiner Sicht schon.

00:14:59: Ich habe kein ungutes Gefühl, da die Brände wirklich sehr überschaubar sind.

00:15:04: Überschaubar zum Glück, ja.

00:15:06: Ich glaube, früher ist in der Summe ein bisschen mehr passiert.

00:15:08: Kann das sein?

00:15:08: Ja, die Brände sind deutlich zurückgegangen, insbesondere die Großbrände.

00:15:12: Auch ein wesentlicher Punkt oder auch ein sehr schöner Effekt war, die Brandtoten sind deutlich runtergegangen.

00:15:18: Das hatte vor zwölf, dreizehn Jahren wurde die Rauchwarnwälderpflicht in den Gebäuden eingeführt, also in Privathaus halten.

00:15:26: Und die hat massiv dazu geführt, dass die Brandtoten nach unten gegangen sind, weil eine Brandfrüherkennung eben entstanden ist.

00:15:34: Also das war auf jeden Fall etwas sehr, sehr positives.

00:15:36: Okay.

00:15:38: Jetzt aber trotzdem, wenn Sie den Hörern und den Besuchern auf den Weihnachtsmarkt ein Tipp gehen sollten, wie sollten Sie mit brennendem Feuer, sage ich mal, eine Gemeinde, muss ja nicht nur die Kerze sein.

00:15:49: Es gibt ja noch mehr andere, machen auch mal vielleicht sogar einen Lagerfeuer, wie auch immer, draußen.

00:15:54: Wie sollen die damit umgehen?

00:15:56: Ja, wie soll man mit umgehen?

00:15:57: Feuer immer verantwortungsbewusst logischerweise.

00:15:59: Das heißt, schauen, was kann sich... im Umfeld weiterentzünden, wenn man das ein bisschen wegnimmt, beziehungsweise komplett eliminiert, dann sind wir auf der richtigen Seite einen Feuerkorb nehmen, der dann das Feuer auch weiter... Im Zaum hält eine Kerze, die an sich ist, die sicher und auch darauf achten, dass man keine heiße Glut z.B.

00:16:18: aus einem offenen Kamin in den Mülleimer wirft.

00:16:21: Auch das sind Folgebrände, die man in den Wintermonaten mehr haben, logischerweise wie in den Sommermonaten.

00:16:26: Im Sommermonat kommt es eher dann vom Grillen.

00:16:29: Nach den Grilltagen haben wir da schon mal den einen oder anderen Mülleimerbrand.

00:16:34: Aber das sind eigentlich die wesentlichen Dinge.

00:16:36: Überlegen, was kann passieren um einen rum?

00:16:38: Dann kann man auch Feuer wirklich bewusst genießen.

00:16:43: Und der berühmte Eimer Wasser daneben stellen, ist er noch Pflicht oder sollte man den noch mal?

00:16:48: Ja, also den einem Wasser in Griffweite zu haben, empfehle ich auf jeden Fall auch alternativ einen Wasserlöscher, das gibt es auch, der ist etwas einfacher an der Handhabung, da kann man ein bisschen dosierter und gezielter löschen.

00:17:00: Aber im Notfall, wenn es wirklich schief gegangen ist, dann lieber die ein, seins, zwei anrufen, die Feuerwehr anrufen, wir kommen gern.

00:17:06: Im Brandfall kostet das auch nichts, kann ich auch so sagen, auch wenn man es versehentlich angerufen hat, dann, solange man es nicht vorsätzlich oder mutwillig herbeigeführt hat, dann kosten wir auch nichts.

00:17:16: Aber wenn es schief gegangen ist, den Notruf wählen, eins, eins, zwei, die Kolleginnen und Kollegen in der Leitstelle fragen einen dann ab und dann kommen wir auch relativ schnell, hoffentlich dann auch in den zehn Minuten, wie wir vorgesehen sind.

00:17:27: Genau, wie wir es vorhin schon gehört haben.

00:17:29: Ja, wunderbar.

00:17:29: Und jetzt kommt noch ein Großereignis, wenn im Grunde des Weihnachtsspektakles rum ist.

00:17:33: Silvester, aber ich glaube, da haben sie wahrscheinlich eher ein bisschen mehr Grummel im Bauch oder täusche mich da.

00:17:38: Ja, Silvester ist leider in den letzten Jahren immer mehr der... schlechte Umgang mit dem Feuerwerk eingezogen, selbstgemachte Böller, ein Riesenthema in den letzten Jahren, die nicht nur zu schweren Verletzungen auf der medizinischen Seite, sondern auch zu brennten führt oder auch alkoholisiert mit Feuerwerk umzugehen.

00:17:55: Das ist manchmal auch nicht die beste Idee.

00:17:57: Das heißt, dass das Feuerwerk irgendwo hinfliegt, das ist in der Tat ein Problem und sie irgendwas entzündet.

00:18:06: Hecken sind die Klassiker, die von Querschlägern und Ähnliches betroffen sind.

00:18:10: Und da haben sie natürlich, ja, sind sie oft auch gefragt, natürlich viele Einsätze.

00:18:15: Gerade in der Seewesternacht kann man vorstellen, da ist Highlight auch bei ihnen.

00:18:19: Ja, das ist richtig.

00:18:20: Da teilen wir uns auch schon auf mit kleineren Gruppen.

00:18:22: Wir sind zusätzlich verstärkt über die Nacht.

00:18:24: Das Ehrenamt macht da zusätzlichen Dienst auf der Feuerwache, so dass wir relativ schnell reagieren können.

00:18:29: Mich beunruhigen eigentlich immer die Brände, die zwei, drei Stunden nicht entdeckt werden.

00:18:33: Und dann erst kommen wir, die haben richtig Vorlauf und dann sind sie auch groß.

00:18:36: Und

00:18:37: dann sind sie auch groß und dann kannst du richtig zur Sache gehen, ja.

00:18:40: Herr Röller, jetzt, zwei, sechsundzwanzig, wenn wir schon über das erste gesprochen haben.

00:18:43: Was wünschen Sie sich fürs neue Jahr?

00:18:45: Ja, vor allem Gesundheit.

00:18:47: Und dass wir etwas mehr Frieden auf dieser Welt kriegen, das wirkt sich auch sicher im kleineren, im privaten Leben aus, dass die Kameraden und Kameraden gut miteinander klarkommen und auch wir unseren Dienst sicher absolvieren können, um gesunde Munte von Übungen, Einsatzdiensten zurückkommen.

00:19:05: Und mehr so Nachwuchs, so tolle Feuerwehr.

00:19:08: Männer wie der Hannes hier?

00:19:10: Ja, sehr gerne.

00:19:11: Wir möchten natürlich gerne viel, viel mehr anbieten.

00:19:14: Können aber derzeit noch nicht, weil uns das Personal noch fehlt, die gerne die Betreuung übernehmen.

00:19:19: Wir haben schon viele, viele Anfragen bekommen über die Kinderverhöhung.

00:19:22: Wo kann man, wie kann man?

00:19:24: Und das alles ist natürlich eine tolle Sache.

00:19:27: Und hoffentlich werden wir bald auch deutlich mehr in der Kinderverhöhung sein.

00:19:32: Sagt Artighan Röhle, der Kommandant der Feuerwehr Ulm.

00:19:34: Vielen Dank für den Besuch.

00:19:35: Ja, vielen Dank für das Interview.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.